Therapie der temporomandibulären Dysfunktion
   

Wie jede Erkrankung wird auch die temporomandibuläre Dysfunktion (TMD) im Fachklinikum Brandis als eine Störung des biopsychosozialen Systems verstanden. Entsprechend erfolgt die Therapie in einem individuell erstellten Konzept, das verschiedenste Ansatzpunkte umfasst. Im Zentrum der Therapie stehen die Aufklärung des Patienten und die Schonung des Kausystems durch Vermeidung von Parafunktionen. Letzteres wird dadurch erreicht, dass der Patient eine korrekte Unterkieferhaltung erlernt. Hierbei kann es nötig sein, dass der Patient (überwiegend nachts) eine speziell für ihn angefertigte Aufbissschiene trägt, die die Kieferstellung korrigiert.

 

Ergänzend dazu können mit dem Patienten physiotherapeutische Dehnungsübungen durchgeführt werden. Auch Massagen oder warme Umschläge helfen teilweise weiter. Zur Verringerung der Muskelanspannung und auch zur psychischen Entspannung erlernt der Patient autogenes Training, progressive Muskelrelaxtion oder Atementspannungsübungen.

 

Begleitende psychologische Maßnahmen sind besonders wichtig, wenn - wie häufig bei den ins Fachklinikum Brandis überwiesenen Patienten - Tinnitus als Folgesymptom der TMD aufgetreten ist. Einerseits kann eine Ursache für die TMD und damit indirekt auch für den Tinnitus in nächtlichem Zähnepressen oder -knirschen liegen, die durch psychische Schwierigkeiten wie zum Beispiel unbewältigte Aggressionen oder Stressfaktoren ausgelöst werden. Andererseits wirkt auch der Tinnitus auf die psychische Stabilität der Betroffenen und ruft zum Teil Schlafstörungen, Erschöpfungszustände, Geräuschüberempfindlichkeit, Angst und depressive Verstimmung bis hin zur Suizidgefährdung hervor. Hier wirken die kognitive Verhaltenstherapie und ein Stressmanagement entgegen.

 

Dr. Volker Rust vom Fachklinikum Brandis: "Das Therapiekonzept des Fachklinikums Brandis trägt sowohl der Vielgestaltigkeit der Erkrankung als auch der Vielzahl der möglichen Ursachen durch einen integrativen Ansatz Rechnung. Der Vorzug des Klinikums liegt in der engen Verbindung internistischer, orthopädischer, neurologischer und psychologischer Kompetenz."    



Autor: Dr. med. Volker Rust
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