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Adrenalin
Auch Epinephrin (INN) genannt (lat. ad = zu und ren = Niere), ist ein im Nebennierenmark gebildetes und in Stresssituationen ins Blut ausgeschüttetes Hormon. Als Stresshormon vermittelt Adrenalin eine Steigerung der Herzfrequenz, einen Anstieg des Blutdrucks, eine Erweiterung der Bronchien, eine schnelle Bereitstellung von Energiereserven durch Fettabbau (Lipolyse) sowie eine Freisetzung und Biosynthese von Glucose. Es reguliert ebenso die Durchblutung (Zentralisierung) und die Magen-Darm-Tätigkeit (Hemmung). Im Zentralnervensystem kommt Adrenalin als Neurotransmitter in adrenergen Neuronen vor. Seine Effekte vermittelt Adrenalin über eine Aktivierung von G-Protein-gekoppelten Rezeptoren, den Adrenozeptoren.
Agoraphobie
(griech. agorafobía, von agorá = Markt(-platz), fóbos = Furcht) Phobische Störung, die sich in einer unangemessenen Angst in der Öffentlichkeit, aber auch auf Reisen äußert.
Akupunktur
Bei der Akupunktur werden mit Gold-, Silber- oder Stahlnadeln bestimmte Akupunkturpunkte angestochen. Diese Punkte werden bestimmten Organen und Körperfunktionen zugeordnet. Durch den präzisen Stich können funktionelle Störungen von Körperteilen, die mit den Einstichorten über sogenannte Meridiane verbunden sind, vollkommen beseitigt werden. Diese Therapie wirkt in besonderem Maße bei funktionellen Störungen wie Migräne und Rückenschmerzen, aber auch Verdauungsbeschwerden, Herzbeschwerden, zu hoher und zu niedriger Blutdruck.
Alexithymie
(Griechisches Kunstwort, gebildet aus a = nicht, léxis = Lesen und thymós = Gefühl, wörtlich also: das Nicht-Lesen-Können von Gefühlen)
Die Unfähigkeit, Gefühle hinreichend wahrnehmen und beschreiben zu können.
Sie stellt keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom dar, das bei verschiedenen seelischen Erkrankungen oder Störungen vorkommt. Im Ursprünglichen Sinn bezeichnet sie einen Zustand, in dem der Betroffene keinen Zugang zum eigenen Gefühlsempfinden hat, also komplexere seelische Empfindungen "nicht hat", vorzugsweise z.B. seelischen Schmerz, Hilflosigkeit, Ohnmacht und Verlust nicht benennen kann, mitunter aber die damit verbundenen Zustände wahrnimmt, anders deutet, oft dann nur quantitativ als „aufgeregt sein“ oder „schlecht drauf sein“ einordnet oder das Empfinden ganz in eine andere Erlebnisebene verlagert, z.B. ins körperliche Empfinden, oft in Form von Schmerz.
Amygdala
(griech. Mandelkern) Kerngebiet des Gehirns im medialen Teil des Temporallappens. Sie gehört zum limbischen System. Die Amygdala ist an der Entstehung der Angst wesentlich beteiligt und spielt allgemein eine wesentliche Rolle bei der emotionalen Bewertung und Wiedererkennung von Situationen sowie der Analyse möglicher Gefahren: sie verarbeitet externe Impulse und leitet die vegetativen Reaktionen ein. Eine Zerstörung beider Amygdalae führt zum Verlust von Furcht- und Aggressionsempfinden und so zum Zusammenbruch der mitunter lebenswichtigen Warn- und Abwehrreaktionen.
Anamnese
abgeleitet vom griechischen anamnêsis = Erinnerung: die Krankengeschichte des Patienten
Angiotensine
Angiotensine, früher Angiotonine oder Hypertensine, sind eine zu den Gewebshormonen zählende Gruppe von Peptidhormonen, die durch enzymatische Spaltung aus Angiotensinogen der Leber gebildet werden.
Arteriosklerose
Verdickung der Schlagaderwände mit Elastizitätsverlust und entzündlichen Veränderungen. Bindegewebe- und Mineralablagerungen in der mittleren Schicht der Arterienwand verhärten die Gefäßwand.
Asthma bronchiale
Chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege, die zu anfallsweiser Luftnot infolge einer Verengung der Atemwege führt.
Diese Atemwegsverengung wird durch vermehrte Sekretion von Schleim, Spasmus der Bronchialmuskulatur und Bildung von Ödemen der Bronchialschleimhaut verursacht, sie ist durch Behandlung rückbildungsfähig (reversibel). Eine Vielzahl von Reizen verursacht die Zunahme der Empfindlichkeit der Atemwege (bronchiale Hyperreaktivität) und die damit verbundene Entzündung.
Autogenes Training
Das Autogene Training (AT) nach Schultz ist ein übendes Verfahren zur konzentrativen Selbstentspannung. In der Rehabilitation werden die Grundstufen des AT erreicht: Schwere, Wärme, Atmung, Herz, Sonnengeflecht, freier Kopf bzw. kühle Stirn. Diese Therapie wird neben der Progressiven Muskelrelaxation nach Jacobson generell als Entspannungsverfahren zur Stressbewältigung in der Rehabilitation angewandt. Positive Einflüsse auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychovegetative Störungen sind ebenfalls nachweisbar. Beide Verfahren können nach Abschluss der Reha selbständig durch den Patienten ausgeführt werden.
Balneotherapie
Bei der Balneo- oder Bädertherapie handelt es sich um eine therapeutische Behandlungsform mit Wasser aus Heilquellen insbesondere mit höherem Gehalt von gelösten Stoffen, z.B. an Mineralien, Kohlensäure, Sole, Schwefel und auch radioaktiven Elementen. Der Unterschied zu Anwendungen mit Leitungswasser wie z.B. bei Kneippkuren und generell der Hydrotherapie liegt im höheren Gehalt der gelösten Stoffe. Neben medizinischen Bädern gehören zur Balneotherapie auch innere Anwendungen wie Trinkkuren und Inhalationen.
Heilwässer müssen gelöste Stoffe (Mineralien/Ionen) in einer Konzentration von mindestens 1g/kg Wasser enthalten.
Eine spezielle Form der Balneotherapie ist die Thalasso-Therapie.
Bodypleythysmographie
Bezeichnung des Verfahrens zur Funktionsprüfung der Lunge. Mit ihr kann das Lungenvolumen und der Atemwegswiderstand exakt bestimmt werden.
Bradykarde Rhythmusstörungen
Unregelmäßige Verlangsamungen des Herzschlages unter 50 Schlägen pro Minute.
Bradykardie = Verlangsamung des Herzschlages;
Herzrhythmusstörungen = Störung der Herzschlagfolge, bei der das Herz entweder unregelmäßig oder zu schnell über 120/min oder zu langsam unter 50/min schlägt;
Catecholamine
Unter der Bezeichnung Catecholamine wird eine Reihe von körpereigenen und künstlichen Stoffen zusammengefasst, die an den sympathischen Alpha- und Beta-Rezeptoren des Herz-Kreislaufsystems eine anregende Wirkung haben. Somit zählen die Katecholamine zu den Sympathomimetika.
Die Catecholamine sind alle chemisch ähnlich aufgebaut und sind dem Adrenalin verwandte Stoffe. Der Name leitet sich von den gemeinsamen Strukturelementen ab: einem Brenzcatechin und einer in β-Stellung dazu stehenden Aminogruppe.
Chirotherapie (Manuelle Therapie)
Unter der Chirotherapie, die auch als Manuelle Therapie bezeichnet wird, versteht man Diagnose- und Therapiemaßnahmen am Bewegungsapparat – vor allem der Wirbelsäule -, mit denen Funktionsstörungen ermittelt und manuell (ohne apparative Hilfe) behandelt werden können. Durch eine gezielte manuelle Manipulation und Mobilisation an der Wirbelsäule oder an den Extremitäten, werden die Gelenke gelockert, so dass der Patient ein höheres Niveau an Beweglichkeit erreicht und weniger Schmerzen hat. Nach der Behandlung verspüren viele Patienten schon bald Beschwerdebesserungen und einen größeren Bewegungsspielraum.
Cortisol
Cortisol, auch Hydrocortison (nicht zu verwechseln mit Cortison, der inaktivierten Form des Cortisol), ist ein Steroidhormon, das in der Nebennierenrinde gebildet wird und zur Gruppe der Glucocorticoide gehört.
EEG
Abkürzung für Elektroenzephalogramm; mittels Elektroenzephalographie erstelltes Kurvenbild der Hirnströme.
EKG
Das Elektrokardiogramm (abgekürzt EKG) ist die Registrierung der Summe der elektrischen Aktivitäten aller Herzmuskelfasern. Elektrokardiogramm heißt auf Deutsch Herzspannungskurve.
Elektrotherapie
Einsatz von elektrischem Strom als Therapieform, beispielsweise im Rahmen von Durchblutungsstörungen, Lähmungen, Muskelschwäche, Erkrankungen des Bewegungsapparats oder zur Schmerzbehandlung. Hierzu werden Elektroden auf die Haut gesetzt, durch die in unterschiedlichem Maß Strom fließt. Es werden vor allem drei Formen unterschieden: die Reizstromtherapie, das Interferenzstromverfahren und die transkutane elektrische Nervenstimulation.
EMG
Abkürzung für Elektromyographie; Messung und grafische Darstellung der elektrischen Aktivität der Muskeln durch Einstechen von Nadelelektroden in den betreffenden Muskel.
Endolymphe
Lymphähnliche Flüssigkeit innerhalb des häutigen Labyrinths (Bogengänge und Hörschnecke) des Innenohres. Die Endolymphe ist für die Funktion des Gleichgewichtsorgans notwendig. Bewegungen der Endolymphe innerhalb der Bogengänge werden durch Bewegungen des Kopfes bzw. des Körpers insgesamt ausgelöst. Diese Flüssigkeitswelle löst eine Auslenkung der Cilien der Gleichtgewichtsrezeptoren aus.
Endothelin
Endothelin ist ein aus 21 Aminosäuren bestehendes Peptid, das seine Wirkung u.a. an den glatten Muskelzellen der Gefäße sowie des Gastrointestinaltraktes entfaltet.
Es gibt mindestens 3 bekannte Varianten des Endothelins, die alle die selbe Anzahl an Aminosäuren besitzen. Von ihnen zeichnet sich Endothelin-1 (ET-1) durch eine besonders potente Wirkung im Herz-Kreislauf-System aus.
ENG
Abkürzung für Elektroneurographie; Messung und graphische Darstellung der elektrischen Aktivität (im engeren Sinn: der Leitgeschwindigkeit) eines Nerven.
Ergotherapie
Medizinisches Heilmittel, das bei gesundheitlich beeinträchtigten Menschen mit motorisch-funktionellen, sensomotorisch-perzeptiven, neuropsychologischen, neurophysiologischen oder psychosozialen Störungen eingesetzt wird.
„Das Ziel der Ergotherapie ist es durch den Einsatz von Aktivitäten, Betätigung und Umweltanpassung dem Menschen eine größtmögliche Handlungsfähigkeit im Alltag, Lebensqualität und gesellschaftliche Partizipation zu ermöglichen." (Definition lt. Deutschem Verband der Ergotherapeuten e.V.).
Die ergotherapeutische Behandlung umfasst in der Regel eine Befunderhebung und Diagnostik sowie eine auf den Behandlungsplan aufbauende klientenzentrierte Therapie.
Extensionstherapie
Oberbegriff für Behandlungen, bei denen durch Zug auf die Gelenke der Extremitäten und der Wirbelsäule der Körper gestreckt wird. Sie wird z. B. bei Knochen- bzw. Gelenkfehlstellungen, zur Rückverlagerung von Knochen bei Brüchen oder zur Vorbereitung von krankengymnastischen Übungen angewendet. Die Streckung kann durch spezielle Geräte (Extensionsapparat) oder einen Streckverband erzeugt werden.
Gasbrand
Schwere, lebensbedrohliche Wundinfektion, die unter Luftabschluss durch bestimmte Bakterien der Gattung Clostridium (grampositive, sporenbildende, stäbchenförmige Bakterien) verursacht wird. Es bilden sich Gase, die eine Zerstörung des Gewebes bewirken. Einhergehend damit stirbt das Gewebe am Ort der Infektion ab. Gasbrand ist heute insgesamt selten, kommt in den Tropen jedoch häufiger vor.
Gastrointestinal
den Magen und den Darm betreffend
Globusgefühl
Gefühl eines Kloßes im Hals, bei ansonsten unbehindertem Schluckakt, sowie erschwerter und anstrengender Atmung. In der Regel ist das Schlucken von Speichel bzw. das leere Schlucken bei einem Globussyndrom schmerzhaft oder unangenehm. Ein Zwang sich zu räuspern und geringfügige Stimmstörungen können ebenfalls bestehen.
HBO-Therapie
Die hyperbare Oxygenierung (HBO) (Alternativbezeichnungen: hyperbare Sauerstofftherapie, HBO-Therapie; englisch: hyperbaric oxygen therapy; HBO2, HBOT) ist eine Therapieform, bei der Sauerstoff (zumeist 100%iger Anteil in der Einatemluft) unter einem erhöhten Umgebungsdruck (der Luftdruck ist höher als der normale Atmosphärendruck) für definierte Zeiträume und Intervalle einem Patienten systemisch (hier: durch Einatmung) zur Anwendung kommt.
Henry-Gesetz
Durch das Henry-Gesetz wird das Löslichkeitsverhalten (flüchtiger) Substanzen im Wasser beschrieben. Es ist benannt nach dem engl. Chemiker William Henry.
Herzinsuffizienz
Herzmuskelschwäche, bei der das geschwächte Herz nicht mehr in der Lage ist, das Blut ausreichend durch den Körperkreislauf zu pumpen.
Hippocampus
Bestandteil des Gehirns und zählt zu den evolutionär ältesten Strukturen des Gehirns. Er ist eine zentrale Schaltstation des limbischen Systems.
Hüfner Zahl
Bezeichnung der Menge an Sauerstoff (O2), die von 1 g Hämoglobin (Hb) in vivo maximal gebunden werden kann (Sauerstoffbindungskapazität), nämlich 1,36 ml O2/g Hb. Sie geht auf den Chemiker Gustav von Hüfner zurück.
Hyperbare Sauerstofftherapie
Die hyperbare Oxygenierung (HBO) (Alternativbezeichnungen: hyperbare Sauerstofftherapie, HBO-Therapie; englisch: hyperbaric oxygen therapy; HBO2, HBOT) ist eine Therapieform, bei der Sauerstoff (zumeist 100%iger Anteil in der Einatemluft) unter einem erhöhten Umgebungsdruck (der Luftdruck ist höher als der normale Atmosphärendruck) für definierte Zeiträume und Intervalle einem Patienten systemisch (hier: durch Einatmung) zur Anwendung kommt.
Hypertonie
(auch: Hypertonus, Hypertension) Medizinischer Fachausdruck für Bluthochdruck. Das Gegenteil, also ein Blutdruck unterhalb der Norm, wird als Hypotonie bezeichnet.
Hypochondrie
Psychische Störung, bei der die Betroffenen unter ausgeprägten Ängsten leiden, eine ernsthafte Erkrankung zu haben, ohne dass sich dafür ein objektiver Befund finden lässt. Im Alltagssprachgebrauch wird unter Hypochondrie eine von Angst dominierte Beziehung zum eigenen Körper und zu dessen Funktionieren verstanden. Die Betroffenen (Hypochonder) achten vermehrt auf geringe Veränderungen von Körperfunktionen.
Hypoglykämie
Bezeichnung für einen zu niedrigen Blutzuckerwert. Oft geht eine Hypoglykämie mit Symptomen der verminderten Hirnleistung, Krampfanfällen oder der vermehrten Adrenalinausschüttung einher. Von einer Unterzuckerung spricht man, wenn der Zuckergehalt im Zwischenzellwasser soweit sinkt, dass die Zellen zu wenig Zucker haben, um korrekt zu funktionieren.
Hämoglobin
Bezeichnung des eisenhaltigen roten Blutfarbstoffes in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Es stellt einen wichtigen Sauerstoff-Transporteur im Körper dar.
Hörsturz
Plötzlich auftretende, meist einseitige aber auch beidseitig auftretende Schallempfindungsstörung ohne erkennbare Ursache (idiopathisch).
Infusionen
Tropfenweises Einbringen von Flüssigkeiten (Blut, Nährlösungen, Medikamente) in den Körper eines Kranken. Dies kann unter die Haut, in die Adern oder auch in den Darm geschehen.
Intraartikuläre Injektion
Eine weit verbreitete, wirksame und komplikationsarme Methode der Entzündungsbehandlung und Analgesie von Gelenken.
Kapillaren
(lat. capillum = Haar, haarfein) Begriff für die sog. Haargefäße als kleinste Verästelungen der Blut- und Lymphgefäße.
Kardiovaskulär
das Herz und das Gefäßsystem betreffend
Kneipp´sche Therapien
Die in Deutschland maßgeblich durch Sebastian Kneipp geprägte Naturheilkunde fußt auf den fünf Säulen Ordnung, Ernährung, Bewegung, Pflanzenheilkunde und der Hydrotherapie und versucht auf das bestehende Ungleichgewicht (= Krank sein) im Körper ins Gleichgewicht (= Gesund sein) zurückzuführen. Spricht man dagegen nur von der Kneipptherapie, so ist lediglich die Hydrotherapie gemeint (z. B. Kneippgüsse). Kneipp hat mit der Zusammenführung der auf Erfahrung beruhenden Erkenntnisse in der naturheilkundlichen Medizin maßgeblich zur Verbreitung dieser Verfahren beigetragen. Die Kneipp’schen Therapien sind auch heute noch wesentlicher Bestandteil der medizinischen Rehabilitation in Deutschland und werden bei allen Indikationen angewandt. Heute ist der Begriff der Physikalischen Therapie weitaus geläufiger als die Hydro- und Thermotherapie von Kneipp.
Kollagen
Ein bei Menschen und Tieren vorkommendes Strukturprotein des Bindegewebes. Im menschlichen Körper ist Kollagen mit über 30 % Anteil am Gesamtgewicht aller Eiweiße (Proteine) das verbreitetste Eiweiß. Es ist der organische Bestandteil von Knochen und Zähnen und der wesentliche Bestandteil von Sehnen, Bändern und Haut.
Kontraindikation
Gegenanzeige, Argument gegen eine Therapie oder den Einsatz eines Medikamentes.
Konversionsstörung
(Konversion = Umkehrung, Umwandlung, Übertritt)
Umwandlung unbewältigter, starker Konflikte in körperliche Symptome. Seelische Konflikte drücken sich bei der Konversionsstörung körperlich aus. Eine Lähmung der Beine kann beispielsweise bedeuten, dass es für jemanden so nicht mehr weitergeht.
Limbisches System
Funktionseinheit des Gehirns, die der Verarbeitung von Emotionen und der Entstehung von Triebverhalten dient. Dem Limbischen System werden auch intellektuelle Leistungen zugesprochen.
Logopädie
Stimm- und Sprachheilkunde, deren Aufgabe die Feststellung von Sprach- und Stimmstörungen sowie deren Behebung ist. Eine gezielte Behandlung durch einen geschulten Sprachtherapeuten (Logopäden) soll die Kommunikationsfähigkeit von Patienten aufbauen, verbessern oder wiederherstellen.
Mikrozirkulationsstörung
Durchblutungsstörung im Bereich der kleinsten Gefäße.
Nephropathie
Medizinischer Fachausdruck für Erkrankungen der Niere oder der Nierenfunktion. Der Begriff wird vor allem für nicht entzündliche, zum Beispiel toxische oder erbliche Nierenschädigungen benutzt.
Nervendekompression
Verringerung des Drucks von außen auf einen Nerv, z. B. durch die operative Durchtrennung einer Sehne, die auf den Nerv drückt.
Neuraltherapie
Bei dieser Heilmethode können mittels gezielter Injektionen des Anästhetikums Procain so genannte Störfelder des menschlichen Körpers ausgeschaltet werden. Die Ursache verschiedener Krankheitsbilder geht laut der Neuraltherapie auf andere, zum Teil fern von dem eigentlichen Symptom liegende körpereigene Strukturen zurück, die als Störfelder bezeichnet werden. Zum Beispiel können diese sich in Form von Narben oder chronischen Entzündungen u. a. im Zahnbereich oder der Mandeln darstellen. Durch die Injektion kommt es zu einer Blockade der krankhaften Impulse, so dass die natürliche Heilung aktiviert wird. Wichtig bei der Anwendung dieser Heilmethode ist die Lokalisierung der Störung, weshalb diese Therapie ausschließlich von geschulten Ärzten durchgeführt wird. Diese Therapie wird insbesondere bei Schmerz- und Entzündungszuständen undefinierter Herkunft angewendet.
Neuropathie
Sammelbegriff für viele Erkrankungen des peripheren Nervensystems. Historisch wurde dieser Begriff auch für die Neurose und Neurasthenie verwendet. Primäre Erkrankungen der peripheren Nerven sind eher selten. Neuropathien als sekundäre Folge anderer Erkrankungen (z.B. Diabetes mellitus) oder neurotoxische Substanzen (z.B. Alkohol) sind jedoch häufig.
Noradrenalin
Auch Norepinephrin genannt, ist einerseits ein Neurotransmitter des sympathischen Nervensystems und andererseits ein Hormon des Nebennierenmarkes. Es wirkt vorwiegend an den Arterien (Schlagadern) des großen Kreislaufes und führt über Aktivierung von Adrenozeptoren zu einer Engstellung dieser Gefäße und infolgedessen zu einer Blutdrucksteigerung. Noradrenalin wird im Peripheren Nervensystem von Sympathischen Nervenfasern ausgeschüttet.
Phobie
Auch phobische Störung genannt, (altgriech. fóbos = Furcht) ist eine krankhafte, das heißt unbegründete und anhaltende Angst vor Situationen, Gegenständen, Tätigkeiten oder Personen (dem phobischen Stimulus). Sie äußert sich im übermäßigen, unangemessenen Wunsch, den Anlass der Angst zu vermeiden.
Physiotherapie
Verwendung physikalischer Reize (durch Wasser, Wärme, Bewegung usw.) zur Behandlung von Krankheiten, z. B. Krankengymnastik, Hydrotherapie, Balneo-Photo-Therapie oder Kryotherapie.
Phäochromozytom
Beim Phäochromozytom handelt es sich um einen zumeist gutartigen Tumor der Nebenniere, dessen Besonderheit die unkontrollierte Bildung und Abgabe der Hormone Adrenalin und/oder Noradrenalin ins Blut ist.Typische Symptome als Folge der erhöhten Abgabe dieser Hormone sind zu hoher Blutdruck, Herzklopfen und -rasen, Schweißausbrüche, Kopfschmerzen, Blässe, Gewichtsverlust sowie ein allgemeines Gefühl von Unruhe, Nervosität oder Schwäche. Die Beschwerden treten anfallsweise auf oder sind dauerhaft vorhanden.
PMR - Progressive Muskelrelaxation
PMR ist ein Entspannungsverfahren, bei dem durch regelmäßige Anwendung positive Einflüsse auf muskuläre Verspannungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Hochdruck, Koronare Herzkrankheiten) und psychovegetative Störungen (Erschöpfungszustände, Schlafstörungen, Migräne etc.) ausgeübt werden. Die Entspannung erfolgt über den Gegensatz „Anspannung“ und anschließender „Entspannung“ verschiedener Körperbereiche in einer festgelegten Reihenfolge (Hand / Arm, Gesicht, Nacken / Hals, Schulter / Rücken, Bauch, Ober- / Unterschenkel, Fuß).
Dieses Entspannungsverfahren ist einfacher und leichter zu erlernen als z. B. das Autogene Training; welches Verfahren aber bessere Wirkungen zeigt, ist von Patient zu Patient verschieden.
Postlaminektomiesyndrom
Instabilität von Wirbelsäulenabschnitten. Es kann unter Umständen nach Bandscheibenoperationen auftreten. Dabei kommt es zu einer erhöhten Mobilität zweier benachbarter Wirbelkörper, zwischen denen die Bandscheibe zum Teil oder zur Gänze entfernt worden ist. Schmerzen treten in diesen Fällen am Rücken, im Bereich der ehemaligen Operation auf.
Posturografie
Verfahren zur Ermittlung der Funktionsfähigkeit der Gleichgewichtsregulation unter Belastung der unteren Extremitäten (Gleichgewichtsanalyse).
Unter Verwendung einer Messplattform, die mittels Kraftsensoren die Gewichtsverlagerungen ermittelt und aufzeichnet, wird der Schwerpunkt, sowie das Schwingungsverhalten des Körpers und die Lastverteilung über den Füßen ermittelt. Die Daten über das Schwingungsverhalten und die Lastverteilung gelten als Indikatoren für Balance, Stabilität und Symmetrie. Die Ergebnisse der Messungen liefern Hinweise für Diagnose und Therapie.
Renin
Renin (von lateinisch ren "Niere") ist ein Enzym (Endopeptidase), das in der Niere gebildet wird. Es wird bei niedrigem Blutdruck oder geringem Natriumgehalt in der Niere ausgeschüttet. Ebenfalls können Katecholamine via β-Adrenozeptoren zu einer erhöhten Renin-Freisetzung führen. Zusammenfassend reguliert Renin langfristig den Blutdruck und wirkt einem starken Blutdruckabfall entgegen.
Respiratorisch
die Atmung betreffend, mit der Atmung verbunden, der Atmung dienend
Retinopathie
Bezeichnung für verschiedene Erkrankungen der Netzhaut des Auges (Retina). Ein Beispiel ist die diabetische Retinopathie (durch Diabetes mellitus verursachte Netzhauterkrankung).
TENS
Abkürzung für transkutane elektrische Nervenstimulation; eine Art der Schmerztherapie. Auf die Haut werden Elektroden geklebt, über die gezielt Nervenfasern gereizt werden, wodurch eine schmerzlindernde Gegenirritation erreicht und die Durchblutung dieses Areals verbessert wird. Die elektrischen Impulse werden als Kribbeln wahrgenommen.
Thalamus
(griech. thálamos = Schlafgemach, Kammer) Größter Teil des Zwischenhirns. Er setzt sich aus vielen Kerngebieten zusammen, die eine besonders starke Verbindung zur gesamten Großhirnrinde aufweisen.
Tinnitus
auch Tinnitus aurium oder Tinnitus aureus: Tinnitus; tinnitus (lat.)= Geklingel, aures (lat.)=Ohren, Ohrgeräusche, Ohrsausen
Traktionstherapie
Behandlung mit dosierter Zugkraft auf die Gelenke der Gliedmaßen und der Wirbelsäule. Erreicht werden soll die Druckminderung und Entlastung komprimierter Nervenwurzeln und Gelenke. Die Gelenkbeweglichkeit soll verbessert und Schmerzen sollen reduziert werden.
Triggerpunkte
Unter Triggerpunkten (engl.: to trigger = auslösen) versteht man zusammengezogene Muskelfasern, die Schmerzen in entfernte Körperregionen ausstrahlen. Sie entstehen dadurch, dass Muskelfasern nicht mehr ausreichend Energie zur Verfügung steht, die sie für das ständige Zusammenziehen und Wiederlösen benötigen. Es folgt eine Unterversorgung mit Sauerstoff im Blut. Dadurch können millimetergroße Stellen in der Muskulatur zusammengezogen bleiben, eine lokale Entzündung verursachen und weh tun.
Urogenital
die Harn- und Geschlechtsorgane betreffend
Vasokonstriktion
Vasokonstriktion, medizinischer Fachbegriff für Gefäßverengung. Eine Vasokonstriktion erhöht den Strömungswiderstand des arteriellen Systems und damit bei überall / gehäuftem Auftreten den Blutdruck (arterielle Hypertonie). Lokale Vasokonstriktion und Vasodilatation (Erweiterung der Gefäße) dienen der Regulierung der Organdurchblutung.
Verhaltenstherapie
Form der Psychotherapie, bei der durch vielfältige Verfahren versucht wird, auf das Verhalten des Patienten Einfluss zu nehmen: Neue Verhaltensweisen und Einstellungen werden erlernt, die das psychische Störungen verursachende Verhalten "ersetzen" sollen.
§ 27 SGB V
(1) Versicherte haben Anspruch auf Krankenbehandlung, wenn sie notwendig ist, um eine Krankheit zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern. Die Krankenbehandlung umfasst
1. Ärztliche Behandlung einschließlich Psychotherapie als ärztliche und
psychotherapeutische Behandlung,
2. zahnärztliche Behandlung,
2a. Versorgung mit Zahnersatz einschließlich Zahnkronen und Suprakonstruktionen,
3. Versorgung mit Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmitteln,
4. häusliche Krankenpflege und Haushaltshilfe,
5. Krankenhausbehandlung,
6. Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und ergänzende Leistungen.
Bei der Krankenbehandlung ist den besonderen Bedürfnissen psychisch Kranker Rechnung zu tragen, insbesondere bei der Versorgung mit Heilmitteln und bei der medizinischen Rehabilitation. Zur Krankenbehandlung gehören auch Leistungen zur Herstellung der Zeugungs- oder Empfängnisfähigkeit, wenn diese Fähigkeit nicht vorhanden war oder durch Krankheit oder wegen einer durch Krankheit erforderlichen Sterilisation verlorengegangen war.
(2) Versicherte, die sich nur vorübergehend im Inland aufhalten, Ausländer, denen eine Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 4 und 5 des Aufenthaltsgesetzes erteilt wurde, sowie
1. asylsuchende Ausländer, deren Asylverfahren noch nicht unanfechtbar
abgeschlossen ist,
2. Vertriebene im Sinne des § 1 Abs. 2 Nr. 2 und 3 des
Bundesvertriebenengesetzes sowie Spätaussiedler im Sinne des § 4 des
Bundesvertriebenengesetzes, ihre Ehegatten, Lebenspartner und
Abkömmlinge im Sinne des § 7 Abs. 2 des Bundesvertriebenengesetzes
haben Anspruch auf Versorgung mit Zahnersatz, wenn sie unmittelbar
vor Inanspruchnahme mindestens ein Jahr lang Mitglied einer
Krankenkasse (§ 4) oder nach § 10 versichert waren oder wenn die
Behandlung aus medizinischen Gründen ausnahmsweise unaufschiebbar
ist.














