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Behandlung von Tinnitus im Fachklinikum Brandis

Dr. med. Volker Rust

Immer mehr Menschen in Deutschland leiden unter einem chronischen Tinnitus. Nach Meinung von Experten könnte vielen Patienten geholfen werden, wenn die Erkrankung im akuten Stadium rechtzeitig und kompetent behandelt werden würde.

 

Dr. med. Rust, Ärztlicher Direktor des Fachklinikum Brandis und Leiter des Akut-Tinnitus-Kompetenzzentrums am Fachklinikum Brandis, und Dr. med. Samad, niedergelassener Facharzt für HNO-Heilkunde, erläutern, wie sich aus ihrer Sicht die Situation verbessern ließe.

 

Dr. Samad: Tinnitus ist eine ernstzunehmende Erkrankung, welche die Lebensqualität und die Leistungsfähigkeit eines Menschen erheblich verschlechtern kann. Doch viele Patienten und leider auch viele Ärzte finden sich zu früh mit einem ausbleibenden Therapieerfolg ab. Schlägt z. B. die klassischerweise im frühen Stadium angewendete Infusionstherapie fehl, resignieren viele …

 

Dr. Rust: … und versuchen sich mit den Ohrgeräuschen zu arrangieren. Sie starten den nächsten Versuch erst, wenn sie den Tinnitus nicht mehr aushalten. Doch gerade im frühen Stadium, in den ersten zwei Monaten, gibt es eine Reihe von erfolgversprechenden Therapiemethoden.

 

Dr. Samad: Ja, aber leider läuft Arzt und Patienten die Zeit weg. Nach drei bis sechs Monaten spricht man bereits von einem chronischen Tinnitus, der - wenn er sich einmal manifestiert hat - nur schwer zu behandeln ist.

 

Dr. Rust: Darum plädieren wir vom Akut-Tinnitus-Kompetenzzentrum dafür, dass in dem Moment, in dem die ersten Therapieversuche nicht greifen, ein Tinnitus-Patient stationär behandelt werden muss. Nur in einer spezialisierten Fachklinik können in kürzester Zeit verschiedene Therapieformen intensiv angewendet werden.

 

Dr. Samad: Das ist in der Tat ein Problem der ambulanten Praxis. Natürlich können wir ebenfalls auf ein breites Therapiespektrum zurückgreifen. Für den Patienten bedeutet das aber einen hohen Zeit- und Organisationsaufwand und damit eine zusätzliche Belastung. Stress ist ohnehin einer der häufigsten Risikofaktoren bei der Entstehung des Tinnitus oder Hörsturzes. Patienten sollten daher in einer stationären Einrichtung fernab vom Alltagsstress zur Ruhe kommen.

 

Meine Empfehlung lautet daher: die Erstversorgung des akuten Tinnitus, beispielsweise die Infusionstherapie, sollte zunächst durch einen niedergelassenen (HNO-)Arzt erfolgen. Stellt sich nach ein bis zwei Wochen kein Therapieerfolg ein, gehört der Patient in eine stationäre Einrichtung wie das Akut-Tinnitus-Kompetenzzentrum am Fachklinikum Brandis.



Autor: Dr. med. Volker Rust
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